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Berliner Morgenpost, 19. Dezember 2002

Guten Morgen,
. . . Herr Schäuble!

von Karsten Hintzmann

Seit Ihrem eintägigen Intermezzo als potenzieller CDU-Spitzenkandidat für die Berliner Abgeordnetenhauswahl vor anderthalb Jahren hatten Sie sich jeden Kommentars über den Zustand der Berliner Christdemokraten enthalten. Den CDU-«Hugenotten» gelang es jetzt erstmals, Sie diesbezüglich an der Zunge zu ziehen. Wie nicht anders zu erwarten, haben Sie heute keine Lust mehr, sich in die Niederungen der Landespolitik zu begeben und sich um den im kommenden Mai zu vergebenden Job des CDU-Landesvorsitzenden zu bewerben. Schade, werden einige Ihrer Parteifreunde sagen, denn eine Außenlösung mit dem Namen Schäuble wäre sicher gut geeignet gewesen, verkrustete Parteistrukturen aufzubrechen. Allerdings könnte bereits Ihre demonstrative Rückendeckung für die Neu-Berliner CDUler dazu führen, dass bei den anstehenden Parteiwahlen eine personelle Erneuerung auf allen Ebenen einsetzt. Ihre Erinnerungen an die eigene Jugendzeit in Freiburg, wo Sie die örtliche CDU «aufgemischt» haben und in einem «erbitterten politischen Häuserkampf» alle Wahlkreise eroberten, sorgten bei den lauschenden «Hugenotten» jedenfalls für leuchtende Augen.