Gesprächskreis Hauptstadtunion
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Märkische Oderzeitung, 23. Januar 2003

CDU-«Hugenotten» laden Merkel ein

Berlin (ddp-bln). Die CDU-Bundesvorsitzende Angela Merkel ist vom umstrittenen CDU-«Gesprächskreis Hauptstadt-Union» für den 5. Februar als Gast eingeladen worden. Merkel wurde gebeten, zum Thema «Die Erwartungen der Bundespartei an den Berliner CDU-Landesverband» zu sprechen. Die Berliner CDU-Führungsspitze wollte sich am Donnerstag zu der Veranstaltung außerhalb der Strukturen des Landesverbandes offiziell nicht äußern. Doch intern wurde erneut Kritik an den «Parallelstrukturen» laut. Zudem wird Merkel offenbar gedrängt, den Termin abzusagen.
Zum Gesprächskreis Hauptstadt-Union gehören Mitglieder und Anhänger der CDU, die in Einrichtungen des Bundes tätig sind. Die meisten von ihnen sind jedoch nicht in der Hauptstadt, sondern in anderen Landesverbänden organisiert. Die Teilnehmer an dem Gesprächskreis, zu dessen Kern etwa 60 «Aktivisten» zählen, werden deshalb auch als CDU-«Hugenotten» bezeichnet.

Um diese «Einmischung von außen» in die Angelegenheiten der Berliner CDU war bereits vor einigen Wochen innerparteilich heftig gestritten worden. Der Bundestagsabgeordnete Günter Nooke war für die Veröffentlichung eines nicht abgestimmten Thesenpapiers des Gesprächskreises abgestraft worden. Der Alleingang kostete ihn den Sprecherposten der Berliner CDU-Landesgruppe im Bundestag. CDU-Landeschef Christoph Stölzl warf Nooke indirekt Profilierungssucht vor.