Gesprächskreis Hauptstadtunion
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Berliner Zeitung, 19. Februar 2003

Klare Niederlage für Eickhoff

"Hugenotte" scheitert mit Kandidatur für CDU-Ortsvorsitz

Das Ergebnis war eindeutig: Der Kandidat Georg Eickhoff, einer der Mitorganisatoren des CDU-nahen Gesprächskreises "Hauptstadtunion", erhielt bei der Wahl des Vorsitzenden im CDU-Ortsverband Hohenschönhausen nur 15, der bisherige Vorsitzende Gregor Hoffmann dagegen 33 Stimmen. Eickhoff, der als Bundestagskandidat in Lichtenberg und als rebellischer "Hugenotte" bekannt geworden war, scheiterte damit überraschend klar.

"Ich wäre schon gerne Ortsvorsitzender geworden", sagte Eickhoff am Dienstag. Doch als Herausforderer habe er am vergangenen Freitag nach "einer sehr guten Rede von Hoffmann" keine Chance gehabt. Hoffmann, der dem Abgeordnetenhaus angehört und als Vertrauter des CDU-Fraktionsvorsitzenden Frank Steffel gilt, habe seine Anhänger "sehr stark" mobilisiert. "Da hatte ich zu wenig Unterstützer", sagte Eickhoff.

Die Teilnehmer des Gesprächskreises Hauptstadtunion, die sich häufig auch Hugenotten nennen, werfen den Berliner CDU-Kreisverbänden vor, dass sie neuen Mitgliedern abwehrend gegenüberstünden. Einer der Wortführer ist der CDU-Bundestagsabgeordnete Günter Nooke, der den Gesprächskreis initiiert hatte. In den vergangenen Wochen gab es heftigen Streit zwischen Nooke und dem CDU-Landesvorsitzenden Christoph Stölzl, weil Stölzl die "Neuankömmlinge" in die Union integrieren, aber keine CDU-nahe Rebellentruppe akzeptieren will. Nach Ansicht von Eickhoff sind die Vorbehalte gegen die Neu-Berliner auch ein Grund, warum er mit seiner Kandidatur so glatt scheiterte. "Abwehr schwingt da immer mit", sagte Eickhoff. Der Ortsvorsitzende Hoffmann habe auch deshalb so stark gegen ihn mobilisiert.

In der Berliner CDU will sich Eickhoff, der in der Landesvertretung Baden-Württembergs arbeitet, weiter engagieren. Allerdings nicht mehr im Ortsverband Hohenschönhausen. "Ich tendiere dazu, in einen anderen Ortsverband zu wechseln", sagte Eickhoff. Einen "Dauerkonflikt" wie im Kreisverband Steglitz-Zehlendorf wolle keiner in der Lichtenberger CDU. Auch für den Kreisvorsitz werde er nicht kandidieren. "Das hatte ich nie vor", sagte Eickhoff.

Gregor Hoffmann ist mit seinem Wahlergebnis natürlich hochzufrieden. "Wir grenzen niemanden aus", sagte der 32-Jährige, der den Ortsverband seit drei Jahren führt. (cri.)