Gesprächskreis Hauptstadtunion
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Berliner Zeitung, 4. März 2003

Empörung in der CDU über Kittelmann-Witz

"Hugenotte" Eickhoff verschickte E-Mail

Christine Richter

Zwei Tage nach dem Tod des langjährigen CDU-Politikers Peter Kittelmann (66) hat eine E-Mail am Montag in der Union für Empörung gesorgt. Der CDU-Politiker Georg Eickhoff, der als Bundestagskandidat in Lichtenberg und als Initiator des Gesprächskreises Hauptstadtunion bekannt geworden ist, verschickte eine Mail mit einem Witz über Kittelmann. Erst nach Gesprächen mit anderen CDU-Politikern entschuldigte sich Eickhoff am Montagnachmittag.

Unter der Überschrift "Kittelmann im himmlischen Karneval" verbreitete Eickhoff am Montagmorgen die E-Mail nach eigener Aussage an mehrere Personen. Die Mail hatte folgenden Text: "Kennen se den? Kittelmann kommt in den Himmel. Jetzt zieht er dort die Strippen. Nach ihm kommen nur noch drei rein: Diepgen, Lan- dowsky und Steffel." Auf Nachfrage sagte Eickhoff, der wegen seiner Zugehörigkeit zu dem Gesprächskreis auch "Hugenotte" genannt wird, er finde die Mail nicht "geschmacklos". Im Karneval sei es üblich, Witze zu verbreiten. "Die Karnevalssitten sind rau", sagte Eickhoff. Er habe die Äußerungen dort gehört, "wo getrunken wurde".

Der CDU-Landesgeschäftsführer Matthias Wambach reagierte wie andere CDU-Vertreter empört auf die Äußerungen. "Wenn die E-Mail von Eickhoff verbreitet sein sollte, dann ist das geschmacklos", sagte Wambach. Kittelmann, der in den 60er-Jahren in die CDU eingetreten war, war am Sonnabend einem schweren Krebsleiden erlegen. Er hatte in den 70er-Jahren gemeinsam mit Eberhard Diepgen und dem späteren CDU-Fraktionsvorsitzenden Klaus Landowsky die Macht in der Berliner CDU erobert, um diese zu einer modernen Großstadtpartei zu entwickeln. Von 1976 bis 1994 gehörte er dem Bundestag an.

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Günter Nooke, der gemeinsam mit Eickhoff den Gesprächskreis Hauptstadtunion organisiert, bezeichnete die E-Mail von Eickhoff als "unsäglich". Eickhoff erklärte dann am Montagnachmittag, die Äußerung sei missverständlich. "Es tut mir sehr Leid, unbedacht eine pietätlose Bemerkung weiterverbreitet zu haben", sagte Eickhoff.

Der CDU-Landesvorsitzende Christoph Stölzl und der Fraktionsvorsitzende Frank Steffel sagten zur gleichen Zeit ihre Reden zum politischen Aschermittwoch wegen des Todes von Peter Kittelmann ab.