Gesprächskreis Hauptstadtunion
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Auf der Landesdelegiertenversammlung am 16. Februar 2002 kandidierte Georg Eickhoff für Platz 1 der Landesliste zur Bundestagswahl und hielt als Kandidatenvorstellung das folgende Plädoyer für die Hauptstadtunion:




Sehr geehrte Damen und Herren,
liebe Freunde,

wir schauen heute gemeinsam nach vorne auf den 22. September 2002. An diesem dann hoffentlich sehr schönen Sonntag wollen wir eine Regierung wählen und keine Opposition. Wir wählen eine Regierungsfraktion und keine Oppositionsfraktion.

Deutschland hat ohne jeden Zweifel eine bessere Regierung verdient. Heute müssen wir unseren Berliner Beitrag dazu leisten, dass Deutschland eine bessere Regierung auch bekommt.

Berlin, die Bundeshauptstadt, hat dabei eine besondere Verantwortung. Und auch die Hauptstadt-CDU hat eine besondere Verantwortung.

Die Ernüchterung in der Bevölkerung über den rot-roten Senat ist groß. Von denen kommt ganz offensichtlich keine einzige neue Idee für die Zukunft der Stadt. Wegen ihrer Ideenlosigkeit hat die SPD Berlin wieder an die SED ausgeliefert. Und jetzt scheint die ansteckende Ideenlosigkeit der Berliner SPD auch noch auf Müntefering und Schröder überzugreifen.

Dabei wissen wir alle: Die Schubladen sind voll mit Analysen und Visionen für Berlin. Es gibt wirtschaftliche Visionen für die Stadt, es gibt kulturelle Visionen für die Stadt.

Meine strategische Schlüsselidee für Berlin ist aber eine ganz entschieden politische Idee. Es gibt nur eine politische Hauptstadt der Bundesrepublik Deutschland.

Berlin hat wie keine andere Stadt das Charisma der Hauptstadt. Für Geschichte und Gegenwart und Zukunft gilt: Die Politik ist das Schicksal dieser Stadt. Und die Politik ist die riesige Chance dieser Stadt.

Die Bundespolitik muss endlich voll und ganz in Berlin ankommen. Und Berlin, die Berliner CDU, muss endlich voll und ganz in der Bundespolitik ankommen.

Meine Damen und Herren,
Sie kennen alle die wissenschaftlichen Berechnungen, wonach jeder von uns von seinen vielen, vielen Gehirnzellen nur einen kleinen Prozentsatz wirklich aktiviert und nutzt. Von den riesigen Chancen, die die Bundeshauptstadt für uns als Berliner CDU bietet, haben wir erst 23,7 Prozent genutzt.

Die Bundespolitik muss nun endlich das große Heimspiel für uns Berliner, ein Heimspiel für die Berliner CDU werden.

Den Heimspielfaktor nutzen, das heißt nach vorne gehen, nach vorne spielen und eingreifen in die großen Debatten. Der Reichstag muss unsere ureigene Arena werden.

Den Heimspielfaktor nutzen, das heißt offene politische Netzwerke knüpfen hier vor Ort mitten in Berlin. Die Berliner CDU muss die Spinne im Netz der Hauptstadt sein.

Den Heimspielfaktor nutzen, das heißt, die Berliner CDU muss der innovativste und interessanteste der 16 Landesverbände der Union werden.

Den Heimspielfaktor nutzen, das muss heißen Leute heranholen, Talente entdecken, Menschen zusammenbringen. Das ist unverzichtbar für erfolgreiche Politik: Immer wieder die richtigen Leute zusammenbringen, neue Leute zusammenbringen. Dazu haben wir hier in Berlin alle Chancen.

Meine Damen und Herren,
die Berliner CDU muss zur Hauptstadtunion werden. Dafür trete ich hier und jetzt und an dieser Stelle an.

Seit 1987 bin ich Berliner. Hier habe ich studiert. Bei Auslandsaufenthalten in Spanien und Amerika habe ich Berlin ein wenig in der weiten Welt vertreten. Über Jahre hatte ich immer eine Tüte mit kleinen Steinchen aus der Berliner Mauer im Koffer. Die kamen als Gastgeschenk überall sehr gut an.

Nach meinem Studium hat mich die baden-württembergische Kultusministerin Annette Schavan nach Stuttgart geholt. Ich war dort zuerst Grundsatzreferent und dann Leiter des Ministerbüros im Kultusministerium.

1998 wurde Frau Schavan zur Stellvertretenden Bundesvorsitzenden der CDU gewählt. Seither habe ich mich immer mehr mit der Bundespolitik und natürlich speziell mit der CDU und ihrer Erneuerung befasst. Das war und ist sehr spannend.

Gleich nach dem Regierungsumzug hat mich Annette Schavan wieder für Berlin, für die Landesvertretung freigegeben. Seit Mai 2000 bin ich Beauftragter des Landes Baden-Württemberg für Bildung und Forschung in Berlin. In den Landesvertretungen wird Hauptstadt-Politik gemacht.

Mit meiner Familie bin ich in den Ostteil der Stadt auf die Karl-Marx-Allee gezogen, und wir leben sehr gerne hier, wo auch zwei meiner Geschwister wohnen, wo meine Frau als Malerin ihr Atelier unterhält und wo unser sechsjähriger Sohn Konrad zur Schule geht.

An der St. Mauritius-Grundschule in Lichtenberg bin ich Mitglied des Elternrates und der Elterninitiative. Ich bin wahrscheinlich das, was man einen "Familienmenschen" nennt, auch wenn meine Frau das nicht jeden Tag so direkt sieht.

Im Zuge der Bezirksfusion hat sich der Kreisverband Lichtenberg der CDU neu aufgestellt. Der Wahlkampf des vergangenen Jahres war für mich eine intensive und positive Gemeinschaftserfahrung. Politik als Team-Spiel, das soll unser Lichtenberger Markenzeichen sein.

Wir sind hier im Sportforum Hohenschönhausen, mitten in meinem Wahlkreis. Das ist heute mein Heimspiel.

Zwei Jahre lang durfte ich an den bildungspolitischen Leitsätzen der CDU Deutschlands mitarbeiten, die im November 2000 beschlossen worden sind. Auf diese Weise habe ich den Prozess der programmatischen Erneuerung der Bundes-CDU sehr intensiv miterlebt.

Kurz vor Weihnachten 2000 bin ich dann ganz stolz mit der schönen druckfrischen Broschüre nach Hause gekommen, die die CDU aus dem Text gemacht hat. Ich habe sie auch gleich unserem kleinen Konrad gezeigt. Aber der hat mir gesagt: "Papa, das hab' ich schon." – "Wie? Das ist doch von mir und auch ganz neu."

Mein Sohn ist dann in sein Zimmer gegangen und hat ein Buch geholt, auf dem genau dasselbe Foto – ein paar Kindergesichter – abgedruckt ist. Es heißt "Kind in Berlin" und bietet viele gute Tipps für gute Eltern.

Damit "Kind sein in Berlin" in eine gute Zukunft führt, dafür brauchen wir die gute Bildungspolitik, die die CDU hier in diesen Leitsätzen aufgeschrieben hat. Und dafür möchte ich mich mit aller Kraft einsetzen.

Was mich zur CDU gebracht hat, war vor allem das "C" in der CDU. Und beim "C" in der CDU geht es für mich um ganz konkrete Dinge.

Nächstes Jahr im Mai kommen 100.000 Christen aus ganz Deutschland in diese Hauptstadt. Zum allerersten Mal in der Geschichte finden Evangelischer Kirchentag und Katholikentag gemeinsam als Ökumenischer Kirchentag statt.

Und der rot-rote Senat ist drauf und dran, diese große Chance für die Hauptstadt durch Ignoranz zu verspielen. Ich weiß von den Beteiligten, dass es da im Moment erhebliche Kommunikationsprobleme gibt. Wowereit steht kurz davor, die Christen der Republik praktisch wieder aus der Hauptstadt auszuladen. Die kommen aber trotzdem.

Ich möchte mich in den nächsten Wochen und Monaten unter anderem dafür einsetzen, dass zum Ökumenischen Kirchentag 2003 auch das "C" der Berliner CDU über der Stadt strahlt, blinkt und leuchten wird. Gerne würde ich dafür heute schon unter Ihnen hier im Saal die ersten Mitstreiterinnen und Mitstreiter gewinnen.

Die Berliner CDU sollte die Gäste des Ökumenischen Kirchentages auf jeden Fall zu eigenen und unübersehbaren Veranstaltungen einladen.

Die Christen in Deutschland erwarten etwas von der CDU. Die Christen in dieser Stadt erwarten zu Recht etwas von uns, von der Hauptstadt-CDU.

Jetzt – nach dem 11. September 2001 –, wo ein krankhafter und aggressiver Islamismus noch oben drängt, kann nicht die Zeit sein, wo wir Christdemokraten die Fahne einrollen und uns in die Büsche schlagen.

Meine Damen und Herren,
ich möchte mich für die Erneuerung der Berliner CDU einsetzen und zwar von den Inhalten her und von den Wurzeln her – und mit langem Atem.

Ich will für Sie, ich will für die CDU in den Bundestag und weiß ganz genau, worauf ich mich da einlasse. Heute schon findet meine tägliche Arbeit als Landesbeauftragter zu großen Teilen im Bundestag, in den Arbeitsgruppen und Ausschüssen statt. Immer wieder sitze ich auch im Plenum des Bundestages, nämlich als Beobachter auf der Bundesratsbank.

Ich will in der nächsten Legislaturperiode nicht mehr bloß Beobachter sein und zuschauen. Ich will mitspielen, ich will handeln und gestalten. Da kann man doch nicht auf der Bank sitzen bleiben, da muss man einfach aufs Spielfeld, mitten ins Plenum, in die Mitte der CDU/CSU-Fraktion.

Dafür bitte ich heute um Ihr Vertrauen und Ihre Unterstützung.

Setzen wir heute gemeinsam ein deutliches Signal für den Mut zur Erneuerung.

Liebe Delegierte, wählen Sie nach Ihrem Herzen.